Die Geschichte des Kraftsports

Denken die Menschen an Kraftsportler oder Bodybuilder, stellen sich die meisten wohl Athleten wie Arnold Schwarzenegger vor, den siebenfachen Mr. Olympia der 70iger Jahre. Doch die Geschichte des Kraftsport ist viel älter. 

griechische Statue mit starken Muskeln
Kraftsport Bodybuilding Muskelaufbau

Machen wir einen riesigen Sprung zurück. 2000 vor Christus waren es die Griechen, welche den Grundstein dafür legten. Griechenland wird als Wiege des Kraftsportes genannt. 

 

Sicher gab es auch noch andere Regionen auf der Welt, welche den Körperkult verehrten. Besonders in Asien hat das Krafttraining als Teil der Kampfkunst der Shaolin-Mönche (Kun Fu) Jahrtausende alte Traditionen. Man nimmt an, das sich der Sport mit den Feldzügen Alexander des Großen von Indien bis nach China verbreitete.

 

 

Kraftsport in der Antike

römischer Kämpfer mit stark entwickelter Muskulatur
Krafttraining bei Griechen und Römern

Die ältesten Überlieferungen eines als modernes Krafttraining zu bezeichnenden Sportes sind teilweise bis zu 4000 Jahre alt. In dieser Zeit praktizierten die Griechen auch bereits erste Formen des Bodybuildings. Ziel war hier die Ausbildung der Muskulatur, um so dem damaligen Körperideal nah zu kommen. Doch der Hauptgrund des damaligen Trainings war wohl die Verbesserung der Kampffähigkeit im Kriegsfall. 

 

Es ist aber sichergestellt, dass es in der Antike ein Wissen gab, durch welches man mit gezieltem Training Muskeln und Körper formen konnte. Wettkämpfe lassen sich archäologisch für 700 vor Christus durch Ausgrabungen nachweisen. Die Bezeichnung Athlet leitet sich aus der altgriechischen Sprache ab, wo „Athletes“ Wettkämpfer bedeutet. 

 

Einzelheiten der damaligen Trainingslehre und wie hoch das Wissen um die menschliche Physik war, sind nicht überliefert. Wissenschaftliche Erkenntnisse in der heutigen Form standen in dieser Zeit noch nicht zur Verfügung. Doch schaut man sich Statuen der griechischen Kunst an, so kommen sie doch heutigen, modern trainierenden Athleten, recht nah.

 

In den folgenden Jahrhunderten ging mit dem Zerfall des Römischen Reiches auch das Wissen um die von den Griechen entdeckte Form des stetigen Muskelaufbaues verloren. Erst im Mittelalter spielte es in Bezug der Kampfausbildung der Ritter wieder eine Rolle, wenn auch nicht in der bereits erreichten Qualität der alten Griechen und Römer.

 

Kraftsport im frühen 19. und 20. Jahrhundert

In Europa wurden nach der Niederlage Preußens gegen Napoleon erste Sportplätze zur Wehrertüchtigung organisiert. Bekanntester Vorreiter ist Turnvater Jahn, welcher 1811 in der Berliner Hasenheide den ersten Turnplatz schuf. Der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg erinnert mit seinem Namen noch heute daran.

 

Ende des 19. Jahrhunderts entstanden frühe Athletikschulen. Berühmtester Vorreiter des modernen Kraftsport aus rein ästhetischem Selbstzweck war Eugen Sandow. Wurde damals Sport nahezu ausschließlich als Fitness für das Militär genutzt, setzte mit Sandow das moderne Bodybuilding ein, welches sich am antiken Schönheitsideal orientierte. Sinn und Zweck des Körperkultes um Sandow war einzig die Ausbildung eines ästhetischen Körpers. Antike Statuen wurden dabei als Vorbild genommen. Das ging teilweise so weit, dass sie ausgemessen wurden, um Muskelproportionen zentimetergenau zu vergleichen.

 

Die erste mit Regeln festgelegte Kraftsportart war das Gewichtheben. Bei den Olympischen Spielen 1896 in Athen wurden die Sieger im einarmigen sowie im beidarmigen Gewichte stemmen ermittelt. Die Sieger kamen auf 71 (einarmig)  beziehungsweise 111 Kilogramm (beidarmig). Vorher brachte der italienisch-österreichische Bergsteiger Alfred von Pallavicini 1878 als erster Mensch der Neuzeit 100 Kilogramm zur Hochstrecke.

 

Zwischen den Weltkriegen spielte der militärische Aspekt wieder die dominierende Rolle. Besonders im Dritten Reich wurde das Krafttraining zur Verbesserung der Kampffähigkeit gefördert.

 

Die Entwicklung des modernen Bodybuildings

Der Name Arnold Schwarzenegger steht heute quasi als Synonym für das moderne Bodybuilding. Als siebenfacher Mr. Olympia und fünffacher Mr. Universum (NABBA und IFBB) gilt er als die prägende Persönlichkeit dieses Sportes. Spätestens mit Arnold Schwarzenegger wurde Bodybuilding gesellschaftsfähig. Besonders mit seiner weiter steigenden Bekanntheit als Filmstar sorgte er für einen neuen Boom der Branche, welcher bis heute anhält.

 

vier Bodybuilder posen bei einem Wettkampf
Bodybuilding - so geht Muskelaufbau - Istvan Csak / Shutterstock.com

Auch weitere Bodybuilder-Legenden wie Lou Ferrigno (Der unglaubliche Hulk) oder der besonders in Deutschland bekannte Ralf Möller ((Gladiator) wurden einem breiten Publikum als Schauspielstars bekannt, was der Popularität des Kraftsports bis heute zugutekommt.

 

Der aktuell wohl bekannteste und erfolgreichste Bodybuilder ist der Amerikaner Phil Heath. 

Phil Heath ist Mr. Olympia der Jahre 2011 bis 2017.  2018 belegte er hinter Shawn Rhoden den zweiten Platz.

 

Ergebnis Mr. Olympia 2018:

 

1. Shawn Rhoden

2. Phil Heath

3. Roelly Winklaar